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Fragen von Andrej Hunko an die Bundesregierung

Schriftliche Frage zu wöchentlichen Zahlen der Testungen auf SARS-CoV-2

Wie haben sich seit Nachweis der ersten Infektion mit dem neuen Corona-Virus SARS-CoV-2 in Deutschland die wöchentlichen Zahlen der Testungen entwickelt (Zahl der Tests, Positiv-Testungen, Negativ-Testungen), und welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um die Datengrundlage zur Beurteilung der Pandemie zu verbessern, beispielsweise durch Zufallsstichproben der Gesamtbevölkerung auf SARS-CoV-2, um die wahre Durchseuchungsrate zu erfassen, wie vom Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V. vorgeschlagen wurde („COVID-19: Wo ist die Evidenz?“, EbM-Netzwerk, 20. März 2020, www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichun gen/nachrichten/covid-19-wo-ist-die-evidenz)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Thomas Gebhart vom 9. April 2020:

Deutschland verfügt über sehr große Laborkapazitäten. Seit Einführung der Tests wurden bis einschließlich 13. Kalenderwoche über 918.460 Tests durchgeführt. Die Proben werden von den Patientinnen und Patienten in Arztpraxen, Kliniken und Testzentren abgenommen und an Labore eingesendet.

Die Labore bestellen die Testkomponenten eigenverantwortlich bei den Herstellern und haben die Kapazitäten bereits deutlich ausgebaut (in Kalenderwoche 13 Kapazität von etwa 100.000 Tests pro Tag). Die Bundesregierung verfolgt die bestehenden Kapazitäten sehr genau.

Die Bundesregierung bereitet eine Reihe von Maßnahmen vor, um die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in der Gesellschaft noch präziser zu erfassen und zu validieren. In diesem Zusammenhang plant das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), das vom Bund zu 90 Prozent institutionell gefördert wird, eine Studie zur Untersuchung der Krankheitslast in der Bevölkerung, zum Pandemiemanagement und zur Etablierung serologischer Nachweise. Auf diese Weise sollen Daten durch Antikörper-Tests bei der allgemeinen Bevölkerung durch deutschlandweite Netzwerkanalysen und durch Modellierungen gewonnen werden, die wesentlich sind für die Bemessung und Validierung der pandemiebedingten gesamtgesellschaftlichen Krankheitslast.

Drucksache 19/18555

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