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Pressemitteilungen von Andrej Hunko

Nach Doghan Akhanli sollten auch die anderen inhaftierten Schriftsteller und Journalisten in der Türkei freikommen

Nach Doghan Akhanli sollten auch die anderen inhaftierten Schriftsteller und Journalisten in der Türkei freikommen.

„Ich bin bestürzt, dass in der Türkei immer noch mehrere Dutzend Schriftsteller/innen und Journalist/innen aufgrund von Meinungsäußerungen im Gefängnis sitzen. Auch wenn das Urteil im Fall Doghan Akhanli noch keinen vollständigen Freispruch bedeutet, so ist seine Freilassung nach vier Monaten Haft und insbesondere die internationale Resonanz auf seine Verhaftung doch ein ermutigendes Zeichen“ erklärt Andrej Hunko, Türkei-Berichterstatter der Fraktion DIE LINKE im EU-Ausschuss und Mitglied der parlamentarischen Versammlung des Europarates.

„Nach meinen Informationen sitzen gegenwärtig etwa 40 Schriftsteller/innen und Journalist/innen in türkischen Gefängnissen und ihre Zahl steigt. Vor wenigen Tagen habe ich eine von ihnen, Nevin Berktas besuchen können. Sie gehört ebenso wie Doghan Akhanli zur der Generation, die sich gegen den  Militärputsch 1980 in der Türkei gewehrt hat. Der Preis dafür waren 21 Jahre Haft, sie ist damit die weibliche politische Gefangene, die am längsten in türkischen Gefängnissen saß.

Im November 2010 wurde sie erneut festgenommen, um eine 10-monatige Haftstrafe zu verbüßen, zu der sie – ausschließlich - aufgrund ihres autobiografischen Buches „Gefängniszellen“ verurteilt wurde. In ihrem noch im Gefängnis entstandenen Buch beschreibt sei vor allem die Haftbedingungen in den dunklen Jahren nach dem Militärputsch.“

„Das Skandalöse an dem Fall ist, dass ihr im Urteil nicht einmal konkrete Textpassagen als solche zum Vorwurf gemacht wurden, sondern das Buch als solches. Ein Buch, das die Erfahrungen Zehntausender aus dieser Zeit widerspiegelt. Ebenso wie der internationale Schriftstellerverband P.E.N. fordere ich die sofortige Freilassung von Frau Berktas. Die Türkei steht am Scheideweg – entweder weitere Demokratisierung oder Rückfall in Willkür und autoritäre Strukturen. Es ist jetzt wichtig, einen mutigen Schritt hin zur Demokratisierung und zur Meinungsfreiheit zu machen.

Die Freilassung von Nevin Berktas wäre hierfür ein wichtiger Schritt.“

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