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Türkeireise nach Sivas, Corum, Urfa und Istanbul

Titel:
Türkeireise nach Sivas, Corum, Urfa und Istanbul
Wann:
Do, 5. Juli 2012
Kategorie:
Delegationsreise

Beschreibung

Andrej Hunko fährt auf Einladung der Alevitischen Gemeinde Deutschland mit einer Delegation zur Gedenkveranstaltung für das Massaker von 1993 am 02. Juli nach Sivas.

Bei dem Massaker kamen 35 Menschen, darunter Kultur-, Musik- und Literaturschaffende alevitischen Glaubens ums Leben. Nach einem 19 Jahre andauernden Strafverfahren stellte am 13. März 2012 das türkische Strafgericht in Ankara am 27. Verhandlungstag das Verfahren zu dem Massaker ein und erklärte es für verjährt. Die Angeklagten wurden von 28 Strafverteidigern vertreten, die sich aus AKP-Abgeordneten, AKP-Ministern, AKP-Bürgermeistern, AKP-Stadträten und AKP-Kreisvorsitzenden zusammensetzten. Nach der Entscheidung des Gerichtes über die Einstellung des Strafverfahrens kam es zu gewaltsamen Übergriffen der türkischen Sicherheitsbehörden auf Alevitinnen und Aleviten, bei der auch die Vorsitzenden der Alevitischen Gemeinde Deutschland und der Alevitischen Union Europa verletzt wurden.

Am 03. Juli wird Andrej Hunko die Stadt Çorum besuchen, wo Gedenkveranstaltungen zum Massaker an der alevitischen Minderheit in 1980, stattfinden werden.

An beiden Orten wird er Gespräche mit Menschenrechtsorganisationen, Rechtsanwält/innen sowie Angehörigen von Opfern der Massaker führen und mich über die aktuelle Situation der alevitischen Minderheit in der Türkei informieren und austauschen.

Gesprächspartner/innen werden u. a. sein:

Turgut Öker (Vorsitzender der Alevitischen Union Europa)

Selahattin Özel (Vorsitzender Alevi Bektasi Ferasyonu)

Kemal Bülbül (Vorsitzender Pir Sultan Abdal Kültür Dernegi/alevitischer Kulturverein)

Yeter Gültekin (Stellvertreter für die Angehörigen und Hinterbliebenen der Opfer des Massakers in Sivas)

Rechtsanwältin Senay Saruhan (Strafverteidigerin)

Außerdem wird Andrej Hunko am 04. Juli das Gefängnis in Urfa besuchen, das seit einiger Zeit mit Berichten über Menschenrechtsverletzungen in der medialen Öffentlichkeit ist. Am Wochenende 16./17. Juni kamen dort 13 Menschen bei einem Gefängnisaufstand ums Leben. Andrej Hunko wird sich vor Ort ein Bild der Zustände im Gefängnis machen und inhaftierte türkische Mandatsträger/innen, Ibrahim Ayhan (unabhängig), Abgeordneter der türkischen Nationalversammlung, Leyla Güven (unabhängig), Bürgermeisterin von Viranşehir und Etem Şahin (unabhängig), Bürgermeister von Suruç, zu Gesprächen treffen.

Auf der Rückreise will sich Andrej Hunko mit der Vertreterin von Human Rights Watch für die Türkei, Emma Sinclair-Webb, sowie Vertreter/innen des Gewerkschaftsdachverbandes des öffentlichen Dienstes (KESK), in Istanbul zu Gesprächen treffen. Gemäß Medienangaben wurden am Montag, den 25. Juni mindestens 65 Gewerkschafter/innen, darunter der KESK-Vorsitzende Lami Özgen sowie Vorstandsmitglieder der Lehrergewerkschaft und der Gewerkschaft der Kommunalangestellten festgenommen.