Konservative Medien versuchen den Streit in der Linken anzuheizen

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Heute wurden in einigen Online-Magazinen die „nächste Runde im Antisemitismus-Streit der Linken“ angekündigt. Aufhänger hierfür war ein Zitat aus einem Kommentar von mir auf Facebook.

In einer Diskussion auf meinem Profil am 9. Juni 2011 im Anschluss an den Beschluss der Bundestagsfraktion mit ca. 250 Diskussionsbeiträgen schrieb ein Diskussionsteilnehmer an mich gerichtet:

„Ich finde dieses Verbot nicht richtig - ist doch klar, was Gregor reitet: Dem geht der Arsch auf Grund, weil er fürchtet, eine weitere Beteiligung an einer Flotille würde die Diskussion um antisemitische Linke weiter anheizen und uns weiter in den Umfragen abfallen lassen weil die Medien und genüsslich hinrichten.“

Darauf antworte ich:

„Ja, Gysi geht der Arsch auf Grundeis, aber nicht nur wegen der Medien, sondern vor allem wegen des rechten Flügels, der offen mit Spaltung der Partei droht. Die Medienkampagnen werden von diesem rechten Flügel initiiert.“

Aus dieser Facebook-Diskussion wird jetzt folgende Presse-Meldung gemacht:

„Der Aachener Abgeordnete Andrej Hunko schrieb öffentlich: ‚Gysi geht der Arsch auf Grundeis.‘“ (DTS-Meldung vom 19.6.2011).

Der Begriff „jemanden geht der Arsch auf Grundeis“ ist ein umgangssprachliches Bild aus dem 18. Jahrhundert, dass jemand Angst bekommt oder starke Bedenken hat. Es hat darüber hinaus keinen despektierlichen Charakter.

Umgangssprache gehört zum Diskussionsstil auf Facebook, und in der Regel gehe ich dort auf die Sprachform meines Gegenübers ein, um in dieser Form die jeweiligen Inhalte zu transportieren. Das habe ich auch hier gemacht. Mir ging es darum, meine Einschätzung der Dynamik des Zustandekommens des Fraktionsbeschlusses zu vermitteln. Diese Einschätzung teile ich weiterhin. Die Formulierung „Gysi geht der Arsch auf Grundeis“ hätte ich von mir aus nicht gewählt und bedaure es in der Diskussion einfach so übernommen zu haben.

Es ist charakteristisch, dass sich Teile der deutschen Medien ausschließlich auf dieses Sprachbild stürzen und die inhaltliche Kritik am Zustandekommen des Fraktionsbeschlusses ausblenden. Im Grunde bestätigt dieser Umgang mit meinen Aussagen die formulierte Dynamik.

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