Bundesregierung muss Drohnentests in Braunschweig stoppen

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„Das Verteidigungsministerium schickt unbemannte Luftfahrzeuge in einem Forschungsprojekt auf Kollisionskurs. In Braunschweig sollen Ausweichverfahren erprobt werden, damit die Drohnen der Bundeswehr zukünftig auch ohne Sondergenehmigungen starten und landen können. Am Ende würden die militärischen Drohnen der zivilen Luftfahrt gleichgestellt. Ich fordere die Bundesregierung deshalb auf, die Tests in Braunschweig zu beenden und das deutsche Drohnenprogramm zur Debatte zur stellen“, erklärt der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko.

Im Programm „Sense and Avoid national“ (ProSAn) führen die Rüstungskonzerne Hensoldt und Diehl Defence im 4. Quartal 2018 und im 2. Quartal 2019 Flugversuche und Kollisionstests mit Drohnen durch. Beauftragt ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das hierfür ein eigens konstruiertes Modell nutzen will. Ein Radarsensor und ein optischer Sensor sollen Hindernisse und das Wetter erkennen. Die Ergebnisse von „ProSAn“ dienen als Grundlage für die Entwicklung und Beschaffung von Drohnen der Klassen „High Altitude Long Endurance" (HALE) und „Medium Altitude Long Endurance" (MALE). Das DLR führt in Braunschweig außerdem Flugversuche für die Bundespolizei mit einer größeren Helikopterdrohne durch.

Andrej Hunko weiter:

„Weil jedes Mal zeitraubende Sondergenehmigungen für den deutschen Luftraum beantragt werden müssten, stationiert die Bundeswehr ihre neuen Kampfdrohnen ‚Heron TP‘ in Israel. Fehlende Ausweichverfahren haben bei der Skandaldrohne ‚Euro Hawk‘ beinahe zum Rücktritt des damaligen Verteidigungsministers de Maizière geführt. Die Tests in Braunschweig haben also eine grundlegende Bedeutung für das deutsche Drohnenprogramm.

Ich bezweifle, dass es in der Bevölkerung eine Zustimmung gibt wenn die hochfliegenden Spionagedrohnen, die die Bundeswehr im Programm ‚PEGASUS‘ beschafft, von zivilen Flughäfen starten dürfen.“ 

Download der Antwort auf die Kleine Anfrage „Forschungen der Rüstungskonzerne Airbus und Hensoldt für Ausweichverfahren von Drohnen“: https://www.andrej-hunko.de/start/download/dokumente/1277-forschungen-der-ruestungskonzerne-airbus-und-hensoldt-fuer-ausweichverfahren-von-drohnen

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