In welchen Regionen in Mexiko (sortiert nach Bundesstaaten und Größe) ist in der im November 2011 zwischen Deutschland und Mexiko vereinbarten Zusammenarbeit zur Erweiterung des Biodiversitätsschutzes vorgesehen, weitere Schutzgebiete auszuweisen beziehungsweise Schutzgebietskorridore zu etablieren und welche konkreten privaten und zivilgesellschaftlichen Akteure sind an diesen Prozessen beteiligt?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser vom 6. August 2012
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat 2011 ein Vorhaben zum Biodiversitätsschutz zugesagt. Das Vorhaben wird in Kürze beginnen. Es wird sich dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Biodiversität und ihrer Bestandteile im Golf von Kalifornien widmen. Das Vorhaben umfasst die Bundesstaaten Baja California, Baja California Sur, Sonora, Sinaloa und Nayarit mit der Gesamtfläche von rd. 416 000 km2.
Ein Kernelement ist die Förderung einer bislang fehlenden gemeinsamen Strategie der Schlüsselakteure als Grundlage für ein abgestimmtes Handeln. Schutzgebiete in der Region sollen in enger Abstimmung agieren und über angrenzende Sondernutzungszonen ihren Einfluss erweitern. Private und zivilgesellschaftliche Akteure, die an den Prozessen beteiligt werden, sind lokale Gemeinschaften, Fischergruppen und deren soziale Organisationen, die Privatwirtschaft (Tourismusentwicklung, Immobilienentwickler, Unternehmensverbände und Genossenschaften, insbesondere im Sektor Fischerei und Aquakultur), akademische Einrichtungen und die wesentlichen Nichtregierungsorganisationen in der Region. Durchführungspartner auf mexikanischer Seite ist die nationale Schutzgebietskommission CONANP (Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegidas) als nachgeordnete Behörde des mexikanischen Umweltministeriums.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hatte bei den Regierungsverhandlungen 2011 je ein Vorhaben der Technischen und der Finanziellen Zusammenarbeit zum Erhalt der Biodiversität in der Sierra Madre Oriental zugesagt. Im Vorhaben der Technischen Zusammenarbeit ist vorgesehen, folgende fünf neue bzw. noch nicht sehr weit entwickelte aber bereits ausgewiesene Schutzgebiete und die Korridore zwischen diesen Schutzgebieten zu unterstützen.
– „Sierra Tamaulipas“ (290 311 ha) im Bundesstaat Tamaulipas
– „Sierra de Abra Tanchipa“ (215 000 ha) im Bundesstaat San Luis Potosí
– „Corredor Ecológico Sierra Madre – Huasteca Potosina“ (682 806 ha) im Bundesstaat San Luis Potosí
– „Sierra de la Silleta“ (13 000 ha) im Bundesstaat San Luis Potosí
– „Bosque Mesófilo de Hidalgo y Veracruz“ (491 000 ha) im Bundesstaat Hidalgo.
Das Vorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit, das sich in der Vorbereitungsphase befindet, wird voraussichtlich in den o. g. Schutzgebieten und Korridoren tätig werden und darüber hinaus Schutzgebiete im Golf von Mexiko unterstützen. Durchführungspartner ist ebenfalls die nationale Schutzgebietskommission CONANP. Die Zusammenarbeit mit privaten und zivilgesellschaftlichen Akteuren wird derzeit konkretisiert.
Geplant ist, lokale Gemeinschaften, private Eigentümer von Schutzgebieten, lokale Nichtregierungsorganisationen sowie voraussichtlich wissenschaftliche Einrichtungen und die Privatwirtschaft einzubeziehen.
Drucksache 17/10460