Welche „experimentelle(n) Untersuchungen zum Schließen von Technologielücken im Bereich der Kernelemente von Detect and Avoid“ hat das Bundesministerium der Verteidigung beauftragt, um militärischen Drohnen das Ausweichen vor anderen Luftfahrzeugen zu ermöglichen (Bundestagsdrucksache 19/3541, Antwort zu Frage 1), und wer erhält Zuwendungen (bitte für die einzelnen Vorhaben einzeln ausweisen)?
Antwort des Parl. Staatssekretärs Thomas Silberhorn:
Das BMVg bearbeitet das Thema „Detect and Avoid“ aktuell im Rahmen von zwei Studien: Im EDA-Projekt „MID-air Collision Avoidance System (MidCAS)“ (Laufzeit bis Ende 2018) bestehen die Ziele der aktuellen „MidCAS Standardization Support Phase“ in der Unterstützung der europäischen Detect-and-Avoid-Standardisierungsarbeiten der European Organization for Civil Aviation Equipment (EUROCAE) bzw. der Regulierungsprozesse der European Aviation Safety Agency (EASA).
Der deutsche Anteil beträgt 1 Million Euro. Beteiligte deutsche Auftragnehmer sind Airbus Defence and Space, Diehl, ESG sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Im Rahmen einer Studie im nationalen Vorhaben „Programm Sense and Avoid national“ (ProSAn) (Laufzeit bis Ende 2018) sollen unter anderem erkannte technologische Defizite aus dem EDA-Projekt MidCAS behoben, ein funktionaler Demonstrator gebaut und gegebenenfalls Beiträge zum Einstieg in eine mögliche MidCAS-basierte Produktentwicklung geleistet werden.
Weiterhin soll eine Architektur zum Zusammenfügen und Auswerten der Sensorinformationen erstellt werden. Zur Demonstration sind durch den Auftragnehmer Hensoldt Flugversuche mit elektrooptischen bzw. Radar-Sensoren durchzuführen. Der Vertragsumfang beträgt 13 Millionen Euro.
Des Weiteren beteiligt sich das BMVg am EDA-Projekt „Enhanced Remotely Piloted Aircraft System (RPAS) Autonomy“ (ERA) (Laufzeit bis 2019, Verlängerung bis 2020 in Vorbereitung). Hierbei wird die Integration von Drohnen in den nicht segregierten Luftraum untersucht, insbesondere in Hinsicht auf die Sicherheit und die Notfallprozeduren bei Start, Landung und automatischem Rollen am Boden. Der nationale Industriepartner ist Airbus Defence and Space. Der deutsche Anteil beträgt rund 10 Millionen Euro.
Plenarptotokoll 19/57