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Hohe Verluste auf der Resterampe: Riesendrohne „EURO HAWK“ gar nicht mehr flugfähig

„Die Riesendrohne ‚ EURO HAWK‘ soll in Einzelteilen verkauft werden, wenn das nicht klappt wird sie verschrottet. Besonders ärgerlich ist dies für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler: Ich gehe davon aus, dass auf der Resterampe Verluste in dreistelliger Millionenhöhe entstehen“, kritisiert der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko angesichts einer Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn.

Im Projekt „EURO HAWK“ hatte der US-Hersteller Northrop Grumman zunächst einen Prototypen an die Bundeswehr geliefert. Seit Abbruch des Vorhabens im Jahr 2013 lagert die Drohne in Manching. Das Verteidigungsministerium hat vier Optionen zur Verwertung untersucht: Eine Verwendung im Nachfolgeprojekt PEGASUS und ein Verkauf als flugfähige Drohne sind nicht möglich. Denkbar sei nur der Verkauf in Ersatzteilen oder eine „museale Verwendung“, ansonsten drohe die Verschrottung.

Andrej Hunko weiter:

„Zu Verkaufsverhandlungen mit Kanada und der NATO gibt es seit einem halben Jahr keinen neuen Stand. Ich gehe davon aus, dass die Drohne am Ende auf den Schrott wandert, denn alle gewinnbringenden Teile hat das US-Militär ausgebaut. Dies betrifft Funkgeräte, Navigationsgeräte, Flugführungscomputer und Verschlüsselungssysteme, sogar Software wurde deinstalliert. Ich hoffe, dass dafür wenigstens Geld in die Kassen des Verteidigungsministeriums zurückfließt. 

Damit ist die Geschichte aber längst nicht zu Ende, wir müssen uns jetzt gegen das nächste Drohnenprojekt aufstellen: Für zwei Milliarden will die Bundesregierung vier Riesendrohnen ‚PEGASUS‘ beschaffen. Bei dem Spionagesystem ISIS, das mitfliegen soll, droht eine weitere Kostenexplosion. Airbus wird voraussichtlich im vierten Quartal 2018 ein neues Angebot vorlegen, die uns  früher genannten Preise (275,7 Mio. Euro für ein erstes und 28,6 Mio. Euro für die Beschaffung zweier weiterer Systeme) werden jetzt als frühere Schätzungen bezeichnet. Außerdem erfahren wir erst jetzt von versteckten Kosten: Für Tests des ISIS richtete Airbus ein Versuchslabor ein, das jährlich 3,9 Mio. Euro verschlingt.

Am Ende werden die Mehrkosten auf das Projekt ‚PEGASUS‘ aufgeschlagen. Die nachträgliche Verteuerung ist gängige Praxis bei allen großen Rüstungsprojekten. Die Bundesregierung muss sich deshalb aus der Beschaffung der Spionagedrohnen ‚PEGASUS‘ zurückziehen.“

Download der Antwort auf die Kleine Anfrage „Verkauf der zu Abhörzwecken beschafften Drohne EURO HAWK“: https://www.andrej-hunko.de/start/download/dokumente/1183-verkauf-der-zu-abhoerzwecken-beschafften-drohne-euro-hawk 

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